Bauweisen













Holzrahmenbauweise
Holzskelettbauweise
Holz-Massivbauweise
Blockbauweise
Fachwerkbau


Im vielfältigen Bereich des Holzhausbaus werden heute üblicherweise verschiedene Bauweisen angewendet. Der Überblick soll helfen, die verschiedenen Bauweisen zu unterscheiden und ihre Besonderheiten richtig einzuschätzen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass vielerorts die Begriffe unterschiedlich eingesetzt werden. So verstehen manche unter "Ständerbau" ein Synonym für Holzrahmenbau, andere sehen darin das klassische Fachwerk.


Holzrahmenbauweise

Holzrahmen- und Holztafelbauten bestehen aus einem Traggerippe
möglichst gleicher Hölzer, die durch Holzwerkstoffplatten flächig beplankt sind.
Diese Decken-, Dach- und Wandtafeln sind in allen Richtungen belastbar
und wirken gleichzeitig aussteifend.
Die Hohlräume in den Wandelementen zwischen den Hölzern werden durch
Dämmstoffe verfüllt, so dass tragende Konstruktion und Dämmung
in einer Ebene liegen.
Dadurch entsteht ein multifunktionales Bauteil, das sowohl statische als auch bau-
physikalische Funktionen übernimmt.
Der Holzrahmenbau ist eigentlich ein Re-Import aus Nordamerika. Er entwickelte


sich dort aus der traditionellen Fachwerk-
bauweise der europäischen Einwanderer. Der Holztafelbau wurde unabhängig von der nord-
amerikanischen Rahmenbauweise in Deutschland und Europa mit dem Ziel entwickelt, auf industrieller Basis möglichst viele Einzelteile im witterungsgeschützten Betrieb vorfertigen zu können. Der Holzrahmenbau stellt die handwerkliche Variante dar. Aus den Vereinigten Staaten kommend wurde Anfang der Achtziger die "two-by-four"-Bauweise (Holzquerschnitte 2 x 4 inch) an die deutschen Anforderungen angepasst und stark weiterentwickelt. Vergleicht man die modernen Konstruktionen des Holzrahmenbaus mit denen des Holztafelbaus, so stellt man fest, dass sich die beiden Bauweisen kaum unterscheiden, allenfalls im Grad der Vorfertigung.


Holzskelettbauweise


Charakteristisch für den Skelettbau ist die aufgelöste, in einem relativ großen Raster geordnete Tragstruktur aus Stützen und Trägern. Die Raumbildung erfolgt üblicherweise durch nichttragende Wände und Fassaden. Zur räumlichen Aussteifung ist die Anordnung von Scheibenelementen gemäß den Aussteifungsprinzipien (Verweis auf Tragwerksplanung) erforderlich. Für die horizontale Aussteifung kann dies durch Auskreuzungen oder aussteifend wirkende Wände geschehen. Rahmensysteme oder eingespannte Stützen werden selten im Holzskelettbau realisiert. Seinen Ursprung hat der Holzskelettbau im traditionellen Fachwerkbau und ist dessen konsequente Weiterentwicklung mit leistungsfähigen Werkstoffen und Verbindungsmitteln für Stützen und Balken. Der Skelettbau kommt vor allem im individuellen Wohnhausbau und für den Büro- und Verwaltungsbau zum Einsatz.


Holz-Massivbauweise


Holz-Massivbauweisen kommen den klassischen Massivbauweisen (Mauerwerk, Stahlbeton) sehr nahe, da es sich bei ihnen ebenfalls um flächige Bauweisen handelt. Massivbauelemente und -bauteile bestehen grundsätzlich aus Sägeprodukten wie Brettern, Bohlen oder Kanthölzern, welche miteinander vernagelt, verschraubt, verbolzt oder verleimt sind. Dabei kann auch Rest- und Schwachholz verarbeitet werden, so dass sich eine hervorragende Rohstoff-Effizienz ergibt. Massivbauelemente beruhen im Gegensatz zum Holzrahmenbau auf der Trennung der tragenden (bzw. wärmespeichernden) Funktion und der bauphysikalisch wirksamen Schichtenfolge.


Blockbauweise


Bei der Blockbauweise werden entrindete, teilweise behauene Holzstämme oder mit modernen Maschinen profilierte Holzbohlen horizontal übereinander geschichtet. Diese dienen zur flächigen, vertikalen Lastabtragung. Die Ecken sind über eine Verkämmung der rechtwinklig anliegenden Bohlen oder Stämme miteinander verbunden.


Fachwerkbau


"Fachwerk" bezeichnet eine traditionelle Bauweise, bei der ein Gerüst errichtet wird, dessen Zwischenräume (Gefache) durch Flechtwerk, Bohlen und Lehm ausgefüllt werden. Das Hauptelement des Fachwerkes sind die sogenannten Ständer (deshalb wird der Fachwerkbau häufig als "Ständerbau" bezeichnet), welche auf Schwellen aufgesetzt werden. Zur Decke hin bildet der sogenannte Rähmbalken den oberen Wandabschluss. Zwischen den Ständern befinden sich Riegel, die die einzelnen Fachungen erzeugen. Die Aussteifung erfolgt über schräg verlaufende Streben. Für alle Anschlüsse werden zimmermannsmäßige Verbindungen wie Überblattungen, Zapfen und Versätze verwendet.

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